Wenn Straßen und Gehwege im Winter zu spiegelglatten Flächen werden, kann schon ein kleiner Fehltritt zu einem schmerzhaften Sturz führen.
Besonders an frostigen Tagen sind Notaufnahmen häufig stark ausgelastet, weil sich viele Menschen Prellungen, Bänderverletzungen oder sogar Knochenbrüche zuziehen.
Die gute Nachricht ist jedoch: Mit etwas Vorsicht, der richtigen Ausrüstung und einem angepassten Verhalten lässt sich das Risiko deutlich senken.
Warum Glatteis so gefährlich ist
Glatteis entsteht oft dann, wenn Nieselregen, geschmolzener Schnee oder Feuchtigkeit über Nacht gefrieren.
Besonders gefährlich sind dabei dünne, kaum sichtbare Eisschichten, die von vielen Menschen erst bemerkt werden, wenn es bereits zu spät ist.
Viele Unfälle passieren daher morgens auf dem Weg zur Arbeit, zur Bahn oder beim schnellen Einkauf.
Interessanterweise passieren die meisten Stürze nicht im tiefen Schnee, sondern auf feucht wirkenden Wegen, die in Wirklichkeit vollständig vereist sind.
Wer diese Gefahr erkennt, kann sein Verhalten rechtzeitig anpassen und damit viele Unfälle vermeiden.
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1. Das richtige Schuhwerk wählen
Ein sicherer Stand beginnt bei den Schuhen. Glatte Ledersohlen mögen zwar elegant aussehen, bieten auf Eis jedoch kaum Halt.
Deutlich besser geeignet sind Winterstiefel oder feste Schuhe mit rutschhemmender Profilsohle.
- Wählen Sie Schuhe mit tiefen Rillen und griffigem Profil.
- Modelle mit höherem Schaft geben dem Sprunggelenk zusätzlichen Halt.
- Gefütterte Schuhe halten nicht nur warm, sondern sorgen auch für mehr Stabilität.
Wer regelmäßig bei Eis unterwegs ist, kann zusätzlich Schuhspikes verwenden.
Für kurze Wege hilft notfalls auch ein einfacher Trick: dicke Sportsocken über die Schuhe ziehen, um mehr Reibung auf glatten Flächen zu erzeugen.
2. Lieber auf frischem Schnee laufen
Festgetretener Schnee verwandelt sich schnell in glattes Eis.
Sicherer ist es daher oft, auf einer frischen, noch lockeren Schneeschicht zu gehen.
Diese bietet meist mehr Halt und federt den Schritt besser ab.
Wenn Sie zwischen einem harten, glänzenden Weg und einer weicheren Schneefläche wählen müssen, ist der frische Schnee in der Regel die sicherere Option.
3. Mit der richtigen Gehtechnik unterwegs sein
Wer auf Eis genauso läuft wie auf trockenem Asphalt, riskiert schnell einen Sturz.
Sicherer ist eine angepasste Gehweise, die häufig als „Pinguin-Gang“ bezeichnet wird.
- Machen Sie kleine und langsame Schritte.
- Setzen Sie die Füße möglichst flach auf.
- Lehnen Sie den Oberkörper leicht nach vorne.
- Halten Sie die Arme etwas seitlich, um das Gleichgewicht besser zu kontrollieren.
Diese Art zu gehen mag ungewohnt aussehen, sorgt jedoch dafür, dass das Körpergewicht gleichmäßiger verteilt wird und die Rutschgefahr sinkt.
4. Taschen vermeiden, Rucksack bevorzugen
Einseitig getragene Taschen können das Gleichgewicht stören und die Gefahr eines Sturzes erhöhen.
Ein Rucksack ist im Winter meist die bessere Wahl, weil er das Gewicht gleichmäßig verteilt und beide Hände frei bleiben.
Freie Hände sind besonders wichtig, da sie helfen, das Gleichgewicht zu halten oder einen Sturz wenigstens etwas abzufangen.
5. Langsamer gehen und den Untergrund prüfen
Hektik ist auf vereisten Wegen besonders riskant.
Wer zu schnell unterwegs ist, erkennt Gefahrenstellen oft zu spät.
Planen Sie daher lieber etwas mehr Zeit ein und gehen Sie bewusst langsam.
Testen Sie den Boden mit vorsichtigen Schritten an.
Wenn ein Fuß bereits beim leichten Auftreten wegrutscht, sollten Sie das Gewicht nicht vollständig verlagern und nach einer sichereren Stelle suchen.
6. Hände aus den Taschen nehmen
Bei Kälte verschwinden die Hände schnell in den Jackentaschen.
Das mag angenehm sein, ist auf glatten Wegen aber gefährlich.
Wer stürzt und die Hände nicht frei hat, kann sich schlechter abfangen und verletzt sich oft schwerer.
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Besser sind warme, winddichte Handschuhe. So bleiben die Hände geschützt und trotzdem einsatzbereit.
7. Den sichereren Weg auswählen
Nicht jeder Gehweg ist gleich gefährlich.
Bereiche, die von Sonne erreicht werden, tauen häufig schneller auf als schattige Stellen.
Deshalb lohnt es sich, bewusst die weniger glatten Abschnitte zu wählen.
Besondere Vorsicht ist bei Treppen geboten. Dort bilden sich oft unsichtbare Eisschichten an den Kanten.
Nutzen Sie beim Auf- und Absteigen immer das Geländer und setzen Sie die Füße bewusst auf.
8. Gehhilfen oder Trekkingstöcke nutzen
Wer regelmäßig auf vereisten Wegen laufen muss, kann von Gehstöcken oder Trekkingstöcken profitieren.
Sie geben zusätzliche Stabilität und entlasten zugleich Knie und Hüfte.
- Die Stockhöhe sollte so eingestellt sein, dass der Ellenbogen leicht gebeugt bleibt.
- Setzen Sie die Stockspitzen sicher auf, bevor Sie Gewicht verlagern.
- Bewegen Sie die Arme locker und ohne Verkrampfung.
Viele Modelle besitzen Gummiaufsätze für Asphalt und Metallspitzen für Eis oder harten Schnee.
Im Winter sind Metallspitzen meist die bessere Wahl.
9. Im Ernstfall richtig fallen
Nicht jeder Sturz lässt sich vermeiden. Umso wichtiger ist es, im Fall eines Ausrutschers möglichst richtig zu reagieren.
Wer instinktiv mit gestreckten Armen bremst, riskiert schnell Verletzungen an Handgelenken oder Unterarmen.
| Situation | Bessere Reaktion |
|---|---|
| Sturz nach vorne | Arme leicht beugen, den Aufprall verteilen und den Oberkörper möglichst kontrolliert abrollen |
| Sturz nach hinten | Möglichst mit dem Gesäß aufkommen, das Kinn zur Brust ziehen und die Hände nah am Körper halten |
Regelmäßige Balance- und Koordinationsübungen verbessern die Körperspannung und helfen dabei, in solchen Momenten schneller zu reagieren.
Zusätzliche Schutzmaßnahmen
Neben gutem Schuhwerk und vorsichtigem Gehen gibt es weitere Möglichkeiten, sich zu schützen.
Besonders ältere Menschen oder Personen mit Gleichgewichtsproblemen profitieren von einfachen Maßnahmen wie rutschfesten Matten,
Haltegriffen im Eingangsbereich oder Streusand vor der Haustür.
Auch kleine Übungen im Alltag können helfen, die Standfestigkeit zu verbessern.
Dazu gehören beispielsweise das Stehen auf einem Bein beim Zähneputzen oder das bewusste Gehen auf einer geraden Linie.
Solche Gewohnheiten stärken Muskulatur, Koordination und Körpergefühl.
Gemeinsam für sichere Wege sorgen
Viele Stürze entstehen nicht nur durch Unachtsamkeit, sondern auch durch schlecht geräumte oder unzureichend gestreute Gehwege.
Oft tragen Hausbesitzer oder Mieter Verantwortung für die Sicherheit vor ihrem Gebäude.
Wer seinen Bereich sorgfältig räumt und streut, schützt nicht nur sich selbst, sondern auch Nachbarn, Besucher, Zusteller und Kinder auf dem Schulweg.
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Fazit
Glatteis gehört in der kalten Jahreszeit vielerorts zum Alltag.
Mit dem passenden Schuhwerk, einer angepassten Gehweise und etwas mehr Aufmerksamkeit lassen sich jedoch viele Unfälle vermeiden.
Wer vorbereitet ist und bewusst handelt, kommt auch an eisigen Tagen deutlich sicherer ans Ziel.









